Die Mails privatisieren – Teil 2 – uberspace erstellen und einrichten

Gestern hab ich dir ja gesagt, was du alles vorbereiten solltest. Heute führen wir dann aktiv die ersten Schritte aus.

Dieser Beitrag besteht aus mehreren Teilen:

  1. Vorbereitungen
  2. uberspace erstellen und einrichten
  3. Mailadressen verwalten
  4. Webmailer installieren
  5. Webmailer ausbauen

Uberspace anlegen

Als erstes musst du deinen eigenen Uberspace anlegen. Dafür musst du dir einen kurzen Namen ausdenken und diesen hier eingeben - das wars auch schon. Du hast nun deinen eigenen Webspace.

Nun findest du alle wichtigen Infos in deinem Datenblatt. Als nächstes musst du zwei Passwörter vergeben, eines für den uberspace selber und eines für denn SSH-Zugang. Beides kannst du unter Zugänge machen.

Ja, du kannst auch openID verwenden. Wenn du willst, kannst du auch den SSH-Key verwenden. Aber du musst trotzdem ein Passwort vergeben, das ist später für deinen Mailzugang.

Prinzipiell war es das schon. Du hast jetzt einen Webspace, auf dem schon fertig ein Mailserver liegt. Die Mails kannst du abrufen unter webmail.HOST.uberspace.de, Benutzername ist dein uberspace, Passwort ist das SSH-Passwort. Auch per IMAP kommst du schon drauf, wenn du also zum Beispiel Outlook oder Thunderbird auf deinem PC benutzen willst oder dich per Smartphone einloggen willst. Für Android empfehle ich K-9 Mail, für iPhone/iPad soll Seed Mail ganz gut sein, kann ich aber mangels Gerät nicht testen. Habt ihr eine bessere Alternative, immer her damit! Ansonsten tut es natürlich auch das eingebaute Mailprogramm. Welche Zugangsdaten du benutzen musst, steht auch im Datenblatt.

Finanzielles

Natürlich ist das ganze nicht kostenlos. Allerdings lassen sich 1€ im Monat wohl verschmerzen, schließlich bekommst du dafür sehr viel Leistung geboten. Bezahlen kannst du ausschließlich per Überweisung. Alle wichtigen Infos dazu findest du im Wiki. Übrigens ist der erste Monat kostenlos, das heißt du kannst das alles ausgiebig testen.

Domain

Als nächstes ist die Domain an der Reihe. Wenn du dir eine eigene gekauft hast, musst du dies als erstes den Leuten von uberspace sagen, das geht ganz einfach per Mail an hallo@uberspace.de mit der Domain und dem uberspace. Du bekommst dann nach einiger Zeit eine Bestätigung, dass das Aufschalten funktioniert hat. Nun musst du bei deinem Domain-Anbieter die A-, AAAA- und MX-Daten anpassen. Wie das funktioniert, steht bei deinem Anbieter. Die Daten stehen einerseits im Datenblatt, außerdem werden sie normalerweise auch in der Antwortmail mitgeschickt. Wenn du uberspace eine Domain registrieren lassen willst, schickst du ebenfalls eine Mail an hallo@uberspace.de. Natürlich muss die Domain noch frei sein. Beachte aber bitte, dass du dafür schon 5€ auf den uberspace überwiesen haben musst.

Natürlich musst du keine Domain aufschalten. Dann bist du unter UBERSPACE@HOST.uberspace.de oder ZUSATZ@UBERSPACE.HOST.uberspace.de erreichbar.

Alte Mails umziehen

Kommen wir nun zum zeitaufwendigsten Teil. Naja, anwesend sein musst du nur 5 Minuten, danach läuft das Kopieren im Hintergrund weiter. Du kannst deinen Rechner dabei auch ausschalten. Das Kopieren hat bei mir übrigens für rund 300.000 Mails rund 30 Stunden gedauert, nur so als grobe Einschätzung. Wie gesagt, hier brauchst du die IMAP-Unterstützung von deinem alten Anbieter. Dazu musst du dich zum ersten Mal per SSH einloggen. Dafür öffnest du Putty und gibst als Server UBERSPACE.HOST.uberspace.de ein. Danach drückst du unten auf Open. Bei der ersten Verbindung kommt normalerweise ein Hinweisfenster, welches du mit Ja bestätigen solltest. Nun kannst du dich mit deinen Daten einloggen. Hier brauchst du dann dein SSH-Passwort, nicht das vom uberspace! Genauer erklärt das noch, wenn nötig, das uberspace-Wiki. Nun kannst du die Synchronisation starten. Wie das geht, ist hier sehr gut erläutert. Natürlich funktioniert es auch mit anderen Anbietern neben GMail. Hier musst du dann einfach die entsprechenden Daten ersetzten. Noch ein Hinweis: In der Anleitung wird pyxis als Host verwendet. Das musst du natürlich entsprechend anpassen.

Und jetzt heißt es: warten. Ich würde dir empfehlen, erst weiterzumachen, wenn der Sync fertig ist. Ich habe es nicht so gemacht und hatte damit einige Probleme beim sortieren.

Mails aufräumen

Nächster tollpatschiger Fehler von mir: Erstmal alle Mails in einen Ordner geladen. So hatte ich 300.000 Mails in einem Ordner. Damit sind dann leider einige Programme überfordert. Außerdem kamen so Mails vielfach vor, weil GMail alle Mails, zusätzlich zum Posteingang auch nochmal in Ordnern und in Alle Nachrichten speichert. Ich möchte nur noch kurz erklären, wie ich das Sortieren organisatorisch Handhaben würde. Als erstes im Webinterface alle Ordner anlegen, die du haben willst und hierarchisch sortieren. Als nächstes im Webinterface alle Mails entsprechend einsortieren. Wichtig: Das Interface kann nur 10.000 Mails auf einmal verschieben. Hier hilft dann die Suchfunktion, um das ein wenig herunterzubrechen. Wenn alle verschoben sind tauchen häufig noch Duplikate auf. Ich habe diesen mit der Thunderbird-Erweiterung Remove Duplicate Messages den gar aus gemacht (Achtung, manchmal sehr zickig!).

So, das ist erstmal genug zu tun. Als nächstes zeige ich dir, wie du deine Mailadressen verwaltest und Filter erstellen kannst. Das aber erst morgen;-)

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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