Die Mails privatisieren - Teil 1 - Vorbereitungen

Bekanntlich hoste ich ja meinen Blog bei uberspace. Inzwischen bin ich so davon überzeugt, dass ich mich entschlossen habe, auch meine Mails komplett dahin umzuziehen.

Weg von Googlemail, hin zu einer selbst gehosteten Lösung. Nicht zuletzt spielt auch #prism und co dabei eine Rolle - die Server von Uberspace stehen in Frankfurt. Im ersten Moment denkt man sich wahrscheinlich, dass es viel zu aufwändig sei oder damit man doch total unflexibel sei - Jein und nein. Klar ist das ein wenig mehr Konfigurationsaufwand als ein Google-Konto anzulegen. Dafür macht es aber auch Spaß. Und so schwer ist es ja nun auch wieder nicht - dafür hab ich ja die Anleitung gemacht ;-)

Dieser Beitrag besteht aus mehreren Teilen:

  1. Vorbereitungen
  2. uberspace erstellen und einrichten
  3. Mailadressen verwalten
  4. Webmailer installieren
  5. Webmailer ausbauen

Vor- und Nachteile

Erstmal: Warum möchte ich überhaupt meine Daten umziehen?

Durch die selbstgehostete Lösung bist du natürlich komplett unabhängig. Das heißt, du hast kompletten Zugriff auf alle deine Mails, kannst sie löschen (und zwar richtig, wer weiß wie lange Google gelöschte Mails speichert...) oder problemlos verschieben und kopieren. Weiterhin kannst du eine eigene Domain aufschalten. Ich bin zum Beispiel ab sofort erreichbar unter @florian-schmidt.org. Das ganze ist genauso flexibel wie GMail - wenn nicht sogar noch flexibler, weil alles offen ist. Vom Funktionsumfang ist auch alles dabei. Was du allerdings bedenken musst: Es ist viel Aufwand, der einmalig anfällt, und immer mal wieder ein wenig Verwaltung, ebenso musst du dann einen kleinen monatlichen Betrag zahlen (1€ reicht schon!). Und zu guter letzt: Ich weiß wo meine Mails liegen. In Deutschland. Nicht bei der NSA.

Wenn ich dich jetzt überzeugt habe, gehts ab zum nächsten Schritt.

Vorbereitungen

Gehen wir von meiner Situation aus. Ich habe zwei Google-Accounts, auf dem beide haufenweise Mails anfallen. (Ich will gar nicht wissen, wie viele. Sicherlich über 300.000 Stück.). Prinzipiell funktioniert meine Anleitung zum Umziehen der Mails für alle Anbieter. Jedoch sollte der Account IMAP unterstützen. Wenn es nur POP3 gibt, solltet ihr euch dafür mal pop2imap ansehen.

Weiter geht's in den Vorbereitungen.

Um Platz zu sparen, solltest du erst einmal gründlich aufräumen. Wenn du Newsletter und so immer in einen Ordner gepackt hast: Sehr gut. Am besten komplett löschen. (Sofern du sie natürlich nicht mehr haben willst.) Dann öffne die Liste mit allen Nachrichten, und sortiert sie nach Größe. Die großen einfach rauswerfen, wenn du sie nicht mehr brauchst. Kleine Mails können ruhig bleiben, das sind höchstens 10MB pro 1000 Mails. Also kein Problem bei 10GB Speicherplatz auf dem Uberspace.

Weiterhin kannst du, wenn du willst, eine eigene Domain kaufen.

Also, wenn du dich entschieden habt, eine Domain zu kaufen, empfehle ich dir inwx, dort sind sie meist am günstigsten. Wenn du Glück hast, ist sogar noch eine Domain auf deinen Namen frei. Einfach mal durchprobieren, lass deiner Kreativität freien Lauf. Was du später damit machen musst, erkläre ich dir im zweiten Teil. Alternativ kannst du die Domain auch von Uberspace kaufen lassen, wenn du möchtest. Dies ist einfacher, kostet aber auch einmalig eine Gebühr von 5€ und dann 50 Cent monatlich mehr.

Zuletzt solltest du dir Gedanken über die Ordnerstruktur machen, also welche Unterordner willst du haben und welche Mails gehören da rein. Eventuell möchstest du deinen Mailplatz mit der Domain auch mit anderen teilen, beispielsweise mit der Familie. Dann mach dir auch noch Gedanken, wer Zugriff bekommen soll und welche Mailadressen es geben soll.

Zu guter Letzt brauchst du noch einen SSH-Client. SSH ist eine sichere Methode, mit einem entfernten Rechner zu kommunizieren. Bei Linux und Mac OS ist dies schon eingebaut, für Windows kann ich Putty nur empfehlen, es muss nicht installiert werden.

Also, genug zu tun bis morgen, auf an die Arbeit! Sollte es noch Fragen geben, sind diese sicherlich in den Kommentaren gut aufgehoben. Weiter zu Teil 2

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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Kommentare

Sven

Also wenn ich eine Website habe und Webspace und ein Email Server vom anbieter, dann brauche ich doch kein Uberspace? Oder?

Mit einer Website, meinem Webspace und dem E-Mail Server könnte ich ziemlich schnell “Uberspace” nachbauen glaube ich.

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schmidtflo

Genau, dein Anbieter von Webspace und Mailserver macht ja genau dasselbe wie Uberspace, wie bieten das auch an (mit einigen Unterschieden). Aber prinzipiell ist das so richtig.

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