Steam Controller: Valves erste Hardware im Test

Seit Freitag ist es endlich so weit, der Steam Controller ist für Vorbesteller verfügbar. Wie schlägt sich die Alternative zu Maus und Tastatur im Test? Hier ist mein Fazit nach 14 Stunden Spielzeit.

Nachdem Valve schon vor einiger Zeit einen Controller angekündigt hat, der sich von der etablierten Konkurenz abheben sollte, fragte sich die Spielergemeinde, wie man dies schaffen sollte.

Ein Controller, der mehr kann als nur die hergebrachte Funktionen zu übernehmen und dadurch auch eine andere Sorte von Spielern anspricht, das war Valves Ziel. Damit passt der Controller perfekt in Valves Konzept der Steam Box, Steam Link und In-Home-Streaming (aka Spiele auch entfernt vom Rechner selber zu spielen). Um das zu erreichen ist der Controller mit zwei Touchpads, ähnlich denen wie man sie von Notebooks kennt, ausgestattet.

Unboxing

Geliefert wird der Controller in einer sehr schlichten aber hübschen Verpackung. Wenn man diese öffnet guckt einem der Controller entgegen und verleitet dau ihn direkt auszupacken. In der Verpackung befinden sich das Gerät, 2 Batterien, damit man das Gerät sofort benutzen kann und zu guter letzt ein USB Dongle als Empfangsgerät inkl. einer USB-Verlängerung.

Beim Anschließen wird der Controller sofort erkannt und auf die neuste Firmware geupdatet (und da sagt man Day-1 Patches gibt es nur bei Spielen...).

Layout

Das Gerät ist gut verareitet, hat auch keine Kanten, die man spürt und fühlt sich für einen einfachen Controller durchaus hochwertig an. Es liegt gut in der Hand und fast alle Tasten sind sehr angenehm zu errreichen - selbst auf die sechs (!) Schultertasten legen sich die Finger fast wie von alleine.
Ja, ihr habt richtig gehört, der Steam Controller hat zusätzlich zu den herkömmlichen vier zwei weitere Schultertasten auf der Rückseite, die mit dem Ring- und kleinem Finger ausgelöst werden.
Diese übernehmen in den von Steam konfigurierten Modi die Funktionen der A und X Taste.
Diese sind für komfortables Benutzen des Touchpads, welches den rechten Analogstick ersetzt, in die Mitte des Controllers gewandert und sind nicht so einfach zu erreichen, wie zB auf einem XBox 360 Controller.

Handling Funktion

Der Controller lässt sich gut bedienen. Ihm wird pro Spiel ein Modus zu gewiesen. Dazu müsst ihr allerdigns Steam BigPicture verwenden, ein Steam-Modus, welcher primär für große Bildschirme entwickelt wurde. Es gibt von Steam 3 vorgeschlagene Modi, man kann allerdings auch jede Taste (und die Funktionalität der Touchpads) frei einstellen. Dazu kann man aus allen auf Tastatur und Controller vorhanden Tasten wählen (zB Shift, A, Z, LT oder Enter).
Steam schlägt drei Modi vor, nämlich normale Controller-Eingaben zu verwenden, nur Tastatur- und Mauseingaben zu emulieren oder eine Mischung aus beidem.

Bei der Contollereingabe fungiert das rechte Touchpad wie ein analoger Stick, sprich es gibt einen zentralen Punkt bei dem keine Bewegung stattfindet (das ist in diesem Fall der Punkt auf dem ihr euren Finger erstmalig auf das Touchpad setzt). Wenn ihr den Finger dann weg von diesem Punkt bewegt ist es so als würdet ihr den Stick in die jeweilige Richtung verschieben. Wenn ihr den Stick los lasst springt er wieder in die Ursprungsposition. Der Rest der Tasten verhält sich so wie erwartet, die extra Schultertasten imitieren das Verhalten der A und X Taste.
Es bedarf ein wenig Zeit zur Gewöhnung, sich an die Steuerung mit einem virtuellen Stick zu gewöhnen, aber nach 3-4 Stunden geht auch dies flüssig von der Hand.

Im zweiten Modus sind die Controllertasten mit den Funktionen belegt, die bei den meisten PC-Ports den Tastatur-Equivalenten der Controller-Aktion entspricht - zB RT = Shift zum Rennen. Das rechte Touchpad fungiert als Maus und LB und RB als linke und rechte Maustaste.
Sehr angenehm an diesem Modus ist, dass man sehr genau kontrolieren kann, wie weit man die Maus bewegen möchte, dies ist unter anderem bei Strategiespielen unabdingbar. Allerdings wird bei Tooltips im Spiel dann häufig die entsprechnde Tastaturtaste angezeigt und man muss sich selber merken worauf man diese am Controller gemapped hat.

Der dritte Modus kombiniert die beiden obengenannten Modi in sofern, dass das Touchpad immernoch wie eine Maus fungiert und man genau steuern kann wie man Sachen bewegt, der Rest der Tasten aber entspricht wie Controller Tasten, dadurch sind dann auch die meisten Tooltips mit den entsprechenden Controller Tasten markiert (außer man hat zuletzt die Maus benutzt).
Wenn es möglich wäre würde ich nur diesen Modus benutzen, allerdings gibt es Spiele (zB Assassin's Creed), die keine simultane Eingabe von Controller und Maus-/Tastaturinput zulassen. Das heißt man kann nicht Anlegen und Zielen gleichzeitg, oder Laufen und das Blickfeld ändern / die Richtung in die der Charakter läuft, obwohl grade hier die deutlich präzieseren Mauseingaben von Vorteil wären. Wenn ein Spiel allerdings simultanen Input unterstützt ist es unheimlich angenehm.

Das D-Pad lässt sich als solches gut benutzen und ist präzise und auch der linke Analog stick (ich glaube sie hatten keinen Platz mehr für ein Drittes Touchpad) funktioniert so wie man es erwartet.

Dank der guten Intigration in Steams BigPicture macht dies mit dem SteamController sogar Spaß. Grade, dass dieser eine gute Lösung fürs chatten mitbringt macht es sehr einfach während einer Spielsession seine Tastatur nicht anzufassen.
Die Tastatur ist auf die zwei Touchpads aufgeteilt, man kann frei navigieren, und die Position der Buckstaben ist fest, so dass man sich gut merken kann wo der Finger für welchen Buchstaben hin muss. Die Schultertasten dienen als Auswahlwerkzeug und Backspace- so wie Spacetaste.

Fazit

Der Steam Controller ist ein sehr guter Controller, der genau versteht wofür er da ist und genau das tut. Das man alle Aktionen remappen kann (auch wenn ein Spiel dies von Haus aus mitbringen sollte) macht es schmackhaft, diesen bei Neukauf anderen Controllern vorzuziehen. Die Herangehenweise von Steam macht es möglich auch Games mit dem Controller zu spielen, die sonst nicht so controllerfreundlich sind wie beipielsweise Aufbaustrategie.
Wer allerdings schon einen Controller hat und nicht umbedingt einen neuen benötigt, muss nicht sofort loslaufen um sich einen von Lord GabeN zu besorgen, da es trotzallem immernoch nur ein Controller ist.
Alles in allem gibt es eine Kaufempfehlung von mir. Ich zumindest werde nur noch den Steam Controller verwenden :) Wer selbst zuschlagen will kauft direkt bei Steam für 54,99 Euro seinen eigenen Controller.

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von Vincent Shahriyari

Ich bin Computer Science Student und interessiere mich (wenn man meinen Eltern glauben schenken mag) schon immer für Technik und die Funktionsweise von Geräten.
Ich interessiere mich für Gadgets, Anwendungsentwicklung und Linux sowohl Serverseitig als auch als Desktop System :)

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