Raspberry Pi - der praktische Einstieg [Rezension]

Es gibt viele Wege in die Arbeit mit dem Raspberry Pi einzusteigen. Eine der Möglichkeiten ist, mit dem Buch "Raspberry Pi - der praktische Einstieg" aus dem Rheinwerk-Verlag die Grundlagen des Mini-PCs zu lernen. Ob sich das Buch zu lesen lohnt, erfährst du in dieser Rezension.

Ich durfte die gerade neu erschienene dritte Auflage des Buches Raspberry Pi - Der praktische Einstieg von Daniel Kampert lesen. Diese ist aktuell zum Modell 2B getestet worden, aber macht euch keine Sorgen, die Beispiele im Buch wurden mit dem Raspberry Pi Modell B entwickelt. Wer eine Version A oder A+ hat, muss den fehlenden LAN-Port ausgleichen, aber auch da wird gleich vorgeschlagen, beispielsweise eine USB-LAN-Lösung zu wählen.

Das Beste an dem Buch waren für mich die Info-Kästen, welche jeweils passend zur Kapitelfarbe unterlegt sind. In diesen stehen Vorschläge, wie der oben genannte, aber auch wichtige Hinweise, wie beispielsweise default-Einstellungen der Tastatur beim ersten Starten, welche nützlich sind, wenn man sein Passwort wählt. In diesen Info-Kästen wird man auch auf weitere Quellen verwiesen, wo bestimmte Konzepte beispielsweise vom Device Tree zu finden sind. Des Weiteren findet man in den Info-Kästen auch nützliche Tipps, wie man den richtigen Datentyp bestimmt. Auch werden die wichtigsten Aspekte von langen Textpassagen in den Info-Kästen kurz zusammengefasst.

Daniel Kampert arbeitet in der Entwicklung der Firma Jenoptik Robot GmbH. Nach seinem Fachabitur in Automatisierungstechnik absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme. Berufsbegleitend absolviert er derzeit ein Studium zum Bachelor of Engineering im Bereich Elektrotechnik. Als begeisterter Bastler entwickelt er Schaltungen und Software für Plattformen wie den Raspberry Pi und schreibt darüber auf seinem Blog

Das Buch beginnt im ersten Kapitel die Hardware zu erläutern, so werden mit vielen Bildern und Tabellen die Unterschiede zwischen den Modellen gezeigt und wie man den Raspberry Pi richtig verkabelt. Danach im zweiten Kapitel erfährt man, zwischen welchen Betriebssystemen man wählen kann und wie man dieses letztendlich zum Laufen bekommt und einrichtet. Wenn dies geschafft ist, bekommt man im nächstem Kapitel einen kleinen Überblick über die verschiedenen Programme, die schon vorinstalliert sind, aber auch eine Einführung, wie man neue installiert. Alles wird sehr ausführlich erklärt, daher eignet sich dieses Buch besonders für Kinder und unerfahrene PC-Nutzer.

Witzig fand ich auch, dass im vierten Kapitel „Wichtige Konsolenbefehle im Griff” zuerst geklärt wird, wie man die Hintergrundfarbe der Konsole ändert. Aber kurz nachdem das Optische geklärt wurde, werden Parameter und Befehle erläutert und eine Einführung in den Editor, PuTTY und FileZilla gibt es auch noch, so wird ein Fernzugriff auf den Raspberry Pi ermöglicht. Im fünften Kapitel installiert man das Programm Music Player Daemon (MPD), um eine Soundausgabe von Musikdateien über das HDMI-Kabel zu konfigurieren. Danach lernt man, dass Samba nicht nur ein Tanz ist, sondern auch hilft Ordner in seinem Netzwerk freizugeben. Anschließend lässt sich alles durch die App MPDroid über das Smartphone fernsteuern. Das nächste Kapitel dreht sich rund um das Mediacenter OpenELEC, die wichtigsten Punkte der Konfiguration werden erklärt und wie in allen anderen Kapiteln mit vielen Bildern erläutert. Mit der Android-App Kodi lässt sich auch das Smartphone als Fernbedienung für das Mediacenter nutzen und durch das Anschließen eines USB-DVB-T-Sticks an den Raspberry lassen sich auch Fernsehprogramme empfangen.

Ich war erst erstaunt, dass es ein ganzes Kapitel zur Kamera gibt, aber ich habe total unterschätzt, wie viele Dinge man dort erklären muss: Das Anschließen, die Kommandozeilenprogramme, die Konsolenbefehle für die Qualität und Aufnahmezeit der Bilder und weitere Einstellungen und Spielereien, die mit der Kamera möglich sind. Im achten Kapitel lernt man die Programmiersprache Python kennen. Dafür sollte man sich Zeit nehmen, wenn man noch keine Programmiererfahrung hat. Des Weiteren sollte man sich noch weitere Bücher oder Onlineseiten ansehen. Im letzten Kapitel sind kleinere Praxisprojekte dargestellt, welche durch die gegebenen Schaltpläne und passenden Programmcode nachbaubar sind. Zu guter Letzt werden unter Leicht, Mittel und Schwer jeweils Projekte vorgestellt: Leicht heißt, man kann sie durch das Wissen aus dem Buch umsetzen, aber Mittel und Schwer benötigen weitere Internet- und Buchrecherche.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch durchzuarbeiten und ich habe an einigen Stellen noch was dazu gelernt. Also wenn ihr bisher nichts mit eurem Raspberry Pi ausprobiert habt oder nicht wisst, wie oder wo ihr da anfangen müsst, dann empfehle ich euch dieses Buch sehr!

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von Lisa Ihde

Ich programmiere gerne und helfe auch bei Veranstaltungen wie Jugendhackt oder Schülercamps mit, um dem Nachwuchs mein Wissen weiter zu geben.

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