PDF's unter Linux kommentieren

Der ein oder andere kennt das Problem vielleicht: PDF's unter Linux anschauen ist kein Problem, das können sehr viele Programme. Was ich aber feststellen musste: Kommentare schreiben und bearbeiten, das können nicht viele. Also eigentlich keiner. Wie es mit dem Foxit Reader und Wine unter Ubuntu trotzdem geht, erkläre ich dir nun.

Wine installieren

Als erstes musst du wine installieren. Solltest du das früher schon gemacht haben, kannst du diesen Absatz einfach überspringen.

Um Wine zu installieren, musst du nur eine Konsole/Terminal öffnen und folgenden Befehl eintippen:

$ sudo apt-get install wine

Wahrscheinlich musst du den Befehl noch mit y bestätigen. Nun wird wine heruntergeladen und installiert. Das war es dann auch schon!

Foxit Reader zum Laufen bringen

Als beste Software hat sich in meinen Tests unter Linux mit wine und auch im Original unter Windows der Foxit Reader herausgestellt. Der bei mit eingebaute PDF-Viewer Okular kann zwar auch Kommentare, aber es gibt ein lustiges Problem: Die Kommentare werden nicht im PDF selbst gespeichert, sondern in einer XML versteckt im home-Verzeichnis. Unter einem PC kein Problem. Wenn du das PDF aber mit anderen teilen möchtest, bringt das dann genau null.

Du musst dir also die aktuellste Version herunterladen, idealerweise die Portable Version. Bei mir funktioniert es erfolgreich mit der Version 6.2, diese kannst du hier direkt vom PortableApps-Server herunterladen. Die aktuelle 6.2 gibt es leider nur in Englisch, auf Deutsch gibt es nur die 6.1. Aber das sollte eigentlich kein Hindernis darstellen.

Die heruntergeladene Datei musst du nun im Dateimanager deiner Wahl mittels Rechtsklick -> Eigenschaften -> Berechtigungen (oder so ähnlich) ausführbar machen. Danach klickst du die Datei doppelt an. Nun werden eigentlich nur einige Dateien in einen neuen Ordner entpackt. Diesen kannst du lassen wo du willst, im nachfolgenden Script befindet er sich aber unter /home/florian/Programme/Foxit.

Wenn du in diesem Ordner wiederum die .exe-Datei ausführbar machst, kannst du nach dem Doppelklick den Foxit Reader so wie unter Windows gewohnt nutzen!

Dateien mit Foxit öffnen

Um Dateien automatisch mit Foxit öffnen zu können, musst du dafür ein kleines Shell-Script schreiben:

$ touch /home/florian/foxit.sh 
$ chmod +x /home/florian/foxit.sh

Natürlich kannst du die Datei auch woanders ablagern. In diese Datei schreibst du nun folgende Zeilen:

#!/bin/bash 
DATEI=Z:$1 
DATEI=$(echo "$DATEI" |sed -e 's/\//\\/g' ) 
logger "$DATEI" 
wine /home/florian/Programme/Foxit/FoxitReaderPortable.exe "$DATEI"

Nun musst du noch die PDF's automatisch mit dieser Shell-Datei öffnen. Unter Kubuntu/Dolphin geht das mittels Rechtsklick auf ein PDF -> Öffnen mit -> Datei auswählen -> Das Script auswählen.

Et voilà, Foxit ist nun wie ein normales Programm unter Linux nutzbar.

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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Kommentare

Manuel

Alternativ kann ich das Linux-Tool “xournal” empfehlen :)

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schmidtflo

Hey Manuel, das Tool kannte ich noch gar nicht. Ich werde es mir mal näher ansehen.
So wie es scheint ist das PDF Bearbeiten aber nur über Umwege über ein eigenes Dateiformat möglich, oder? An den Bedienkomfort und die Editiermöglichkeiten eines Adobe Acrobat wird es damit nicht herankommen würde ich mal vermuten.

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Manuel

Das Tool ist eher zum Kommentieren gedacht als um Text zu bearbeiten. Ich benutze das z.B. um eingescannte Übungsblätter auszufüllen. Das ganze wird per Default in einem Meta-Format gespeichert, in dem das Ausgangs-PDF nur verlinkt und nicht eingebunden wird. Um wieder ein PDF zu bekommen muss man es exportieren.
Für mich ist es aber okay, diese Dateien im Zweifelsfall nebeneinander liegen zu lassen. Die meisten Dokumente bearbeite ich nur über einen kurzen Zeitraum. Für kontinuierliches Arbeiten wäre das eher ungünstig.

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Kathi

Hallo Florian,
erstmal vielen lieben Dank für deine Anleitung, hat mir als relativem Linux-Neuling sehr sehr weitergeholfen!!!
Es gibt allerdings noch ein Problem, was ich bisher trotz intensiver Rätselei noch nicht lösen konnte.. Wenn ich eine pdf über den Shell öffne, so öffnet sich immer nur foxit an sich, mir wird aber nicht die pdf sondern nur der “foxit-startscreen” sozusagen angezeigt. Hast du dazu vielleicht irgendeine Idee?
Danke und liebe Grüße!

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schmidtflo

Hey Kathi,
das klingt so, als würdest du die Datei nicht mit übergeben. Vielleicht schaust du dir nochmal den letzten Teil der Anleitung an, ob du die richtig übernommen hast?

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benediktg

Mit Okular (empfehlenswert bei KDE Plasma-Desktop) kann man übrigens auch Kommentare einfügen:

Einfach F6 drücken, dann hat man einen Rezensionsmodus, in dem man u. a Linien malen, „Haftzettel“ oder Notizen einfügen kann. Darüber hinaus ist Okular Bestandteil der KDE-Anwendungen (integriert sich gut in den Plasmadesktop) und im Gegensatz zu Foxit freie Software.

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