server-symbolbild Quelle: flickr/darioruglioni, CC-BY 2.0

Mit 7 Tipps zum besten Webhoster

Einen Webhoster zu finden, ist nicht schwer. Den besten Webhoster zu finden allerdings schon - mit diesen 7 Tipps bzw. Schritten findest du ihn aber!

Webhoster gibt es wie Sand am Meer, in allen Größen, Angeboten und Preisklassen. Vom kostenlosen aber werbefinanzierten Hoster bis zum eigenen Serverschrank im Rechenzentrum, das nötige Kleingeld vorrausgesetzt, ist alles möglich.

Viele Leute, die eine Website ins Internet stellen wollen machen bei der Wahl des Hosters aber einiges Falsch. Mit diesen Tipps möchte ich dir dabei helfen, den für dich richtigen Anbieter zu finden.

Vorweg: Ich bekomme keinerlei Geld für diesen Beitrag. Wenn ich einen Hoster empfehle, dann nur weil ich das entsprechende Angebot für vernünftig halte. Bisher habe ich nur Erfahrungen mit Uberspace und Contabo gemacht, aber dazu später mehr.

Tipp 1: Was will ich überhaupt?

Eine Frage sollte ganz zu Anfang geklärt werden. Wenn du diesen Artikel liest (also auf der Suche nach einem Hoster bist), dürftest du die Frage aber schon beantwortet haben. Falls nicht: Was möchtest du überhaupt im Internet veröffentlichen?

Soll es nur die berühmte Visitenkarte im Netz sein? Ein kleiner persönlicher Blog oder das eigene Portfolio als Fotograf? Oder willst du direkt durchstarten und direkt einen großen Onlineshop aufmachen?

Oder doch lieber nur private Sachen wie eine eigene Cloud oder ein Gameserver, die über das Internet erreichbar sind?

Mach dir also klar, was du brauchst, und erstelle dir ein passendes Konzept. Das macht das Suchen nach einem passenden Hoster deutlich einfacher!

Tipp 2: Finde das passende System für dich!

Vorab: Wenn du am PC bisher nicht mehr als den Browser und Office genutzt hast, solltest du vielleicht auf eines der zahlreichen Angebote im Netz zurückgreifen, mit denen du dir deine Seite oder deinen Blog selbst erstellen kannst. Für Bloganfänger sind zum Beispiel Blogger oder wordpress.com(!) gut geeignet. Hierbei musst du aber natürlich einige Einschränkungen in Kauf nehmen, längst nicht alles was denkbar ist lässt sich auch auf diesen Platformen nutzen.

Wer technisch versierter ist oder Interesse hat oder sich das Ganze selbst aneignen will, darf jetzt gerne weiterlesen.

Der Klassiker für eine Website ist bekanntlich Wordpress (ohne das .com), ein Content Management System. Grundprinzip davon ist es, Inhalt und Design zu trennen und das System dann die fertige Seite für den Endnutzer ausliefern zu lassen.

Wenn das deine erste Website sein soll, dann kann ich dir guten Gewissens Wordpress empfehlen. Wer etwas tiefer Einsteigen will, sollte mal einen Blick auf kirby werfen. Für einen eigenen Onlineshop kann ich Shopware empfehlen.

Tipp 3: Schätze deine Besucherzahlen richtig ein!

Mal so grob in den Raum geworfen: Bei einem persönlichen Blog kannst du dich mit 1000 Seitenaufrufen täglich im ersten Jahr schon sehr glücklich schätzen. Warum die Zahl der Seitenaufrufe wichtig ist?

Du brauchst sie, um deine durchschnittlichen Zugriffe pro Sekunde zu berechnen. Viele machen hier den Fehler und denken, dass sie einen völlig überpowerten Server brauchen. Das stimmt nicht.

Wenn wir uns mal die Zahl von 1000 Besuchern zu Herzen nehmen, heißt das letztendlich das es im Durchschnitt alle 86 Sekunden einen Aufruf auf deine Seite gibt. Das klingt schon gar nicht mehr nach viel. So ein Server braucht etwa eine Sekunde um die Seite auszuliefern und schlummert daher den größten Teil der Zeit vor sich her.

Natürlich gibt es auch Lastspitzen, zum Beispiel wenn du einen neuen Beitrag veröffentlich hast. Aber auch hier werden bei einem kleinen Projekt nicht mehr als 10 Besucher gleichzeitig pro Sekunde eine Seite aufrufen, und das bekommt eigentlich jeder Server gut gestemmt.

Wenn du weißt, das du wirklich mehr brauchst, weil viel mehr Besucher kommen oder du eine rechenintensive Seite hast (zum Beispiel Onlineshops), solltest du vorallem auf eine schnelle CPU und viel RAM achten.

Tipp 4: Finde die passende Serverart!

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Arten von Hosting: Shared Hosting, VServer und Root-Server.

Beim Shared Hosting teilst du dir einen Server mit ganz vielen anderen Kunden - 200 weitere auf einem Server sind keine Seltenheit. Hier bekommst du am wenigsten Leistung, dafür ist diese Art des Hostings auch am günstigsten. Ein Problem kann es aber zum Beispiel werden, wenn ein Hosting-Nachbar von dir für hohe Last sorgt, dann wird nämlich auch deine Website langsam. Um alle Einstellungen zu machen bekommst du normalerweise eine grafische Oberfläche gestellt, mit der sich eigentlich sämtliche Settings verändern lassen und diese auch Einsteigerfreundlich ist.

Ein VServer (manchmal auch VPS genannt) ist nichts anderes als eine virtuelle Maschine - quasi ein PC im PC. Hier hast du volle Adminrechte, kannst also auf dem Server anstellen was du willst. Du teilst dir auch hier den physikalischen Rechner mit anderen, bist auf deiner virtuellen Maschine aber ganz alleine und hast typischerweise auch fest zugeordnete Hardware, die dir keiner durch hohe Last wegnehmen kann. Ein VServer kannst du nur über die Konsole administrieren, du solltest eben diese also auf jeden Fall schon einmal benutzt haben.

Ein Root-Server ist ähnlich wie ein VServer - allerdings bist du hier tatsächlich der Root der physikalischen Maschine und kannst zum Beispiel auch eigene virtuelle Maschinen aufsetzen. Hier bist du Herr des ganzen Systems und kannst auch alle Hardware voll ausnutzen. Diese Art ist aber die teuerste und normalerweise nicht für unter 50€/Monat erhältlich.

Wichtig zu wissen ist noch, dass du für die Sicherheit deines VServers und Root-Servers selbst verantwortlich bist. Du musst dich also darum kümmern, Sicherheitsupdates selbst einzuspielen. Beim Shared Hosting macht das dein Anbieter für dich.

Einige Anbieter bieten dir auch Windows Server, normalerweise gegen einen monatlichen Mehrpreis von etwa 10€ an. Lass die Finger davon, auch wenn du selbst Windows benutzen solltest. So ungefähr 98% aller Webserver laufen mit Linux - und das hat auch seine Gründe.

Tipp 5: Trenne Hoster und Domain!

Bei den meisten Anbietern gibt es, selbst im kleinsten Paket, immer mindestens eine Domain inklusive. Diese kannst du natürlich nutzen - ich empfehle dir aber, sie unabhängig vom Hoster zu registrieren.

Das hat mehrere Gründe: Als Erstes bist du deutlich flexibler, wenn du die Domain extern registrierst. Solltest du einmal deinen Hoster wechseln wollen, entfällt das nervige Herumgeeiere beim Verschieben der Domain und somit gibt es auch keine Downtime, in der deine Seite nicht erreichbar ist.

Zweites sind extere Registrare typischerweise günstiger als die Domains bei deinem zukünftigen Hoster.

Ich kann hier nur inwx empfehlen, bei denen auch alle meiner Domains liegen. Hier kostet eine .de-Domain zum Beispiel nur 4,95€/Jahr - die meisten Anbieter sind deutlich teurer.

Bei seriösen Hostern ist es dann auch kein Problem, deine vorhandene Domain auf deren Webspace aufzuschalten. Wenn doch: Suche dir einen anderen Hoster, denn das ist nur unprofessionell.

Tipp 6: Schätze die Kosten richtig ein

Ein gutes und professionelles Webhosting gibt es nicht kostenlos. Wirklich nicht.

Um mal ungefähre Rahmenpreise für durchschnittliche Angebote zu benennen: Ein Shared-Hosting für deinen eigenen Blog findest du für fünf bis zehn Euro. Die Angebote darunter sind typischerweise an einer Stelle beschränkt, was nicht auf den ersten Blick auffällt. Wordpress brauch zum runden Laufen zB mindestens 100 MB RAM - die meisten unter dem eben genannten Preis liegenden Pakete haben weniger RAM (und verstecken die Angabe auch immer gut).

Ein vernünftigen V-Server bekommst du für rund 15 Euro im Monat. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass genug Speicherplatz angeboten wird, wenn du zum Beispiel deine eigene Cloud laufen lassen willst. Ebenfalls zu empfehlen: Snapshots vom System sollten inklusive sein, um dein System auf einen früheren Stand zurücksetzen zu können.

Root-Server gibt es wie oben schon beschrieben für etwa 50€. Auch hier solltest du darauf achten, eine ausgewogene Kombination der Ressourcen zu finden.

Tipp 7: Google deinen Hoster

Wenn du nun deinen Hoster gewählt hast, solltest du mal nach Meinungen über deinen Hoster googlen. Vorallem die Negativen sind interessant, denn dort finden sich meist die großen Schwachstellen an einem Hoster.

Eine kostenlose Telefonhotline ist nicht alles - es müssen auf der anderen Seite auch kompetente Mitarbeiter sitzen. Idealerweise sollten sie auch bei weitergehenden Problemen weiterhelfen können. Aus genau diesem Grund habe ich meinen VServer bei Contabo nach etwa 9 Monaten auch wieder gekündigt. Der Support war leider nicht fähig, meine Probleme zu lösen. Wenn es inhaltliche Probleme waren, kann ich das natürlich verstehen, dafür sind die Mitarbeiter ja nicht primär da. Aber wenn es Probleme zum konkreten Produkt gibt (bei mir waren es häufigere Ausfallzeiten), sollte eine Problemlösung zeitnah möglich sein.

Et voilà, dein Hoster

Letztendlich solltest du nun deinen passenden Hoster gefunden haben. Herzlichen Glückwunsch!

Ich wünsche dir nun viel Spaß beim Einrichten deiner eigenen Website.

Einen letzen kleinen Tipp habe ich aber noch: Steck bei Problemen nicht sofort deinen Kopf in den Sand. Vieles lässt sich mit einfachen Google-Suchen schnell lösen. Hier kommt es darauf an, dein Problem in möglichst wenigen Stichpunkten zusammen zu fassen - du bist garantiert nicht der Erste mit diesem Problem.

Bonustipp: Uberspace

Ich hatte ja oben schon von Uberspace geschrieben, bin aber bisher noch nicht darauf eingegangen. Das hat auch einen Grund: Bei Uberspace ist vieles anders, ich habe den Hoster bereits in einem eigenen Beitrag ausführlich vorgestellt. Am besten schaust du selbst mal vorbei und machst dir ein Bild von ihnen.

Auch Netzleben läuft auf Uberspace, der Support ist super und preislich ist nichts auszusetzen. Allerdings brauchst du schon einige Erfahrungen in der Konsole, das Wiki hilft aber meist schnell weiter.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Beitrag weiterhelfen und einige Fragen klären bzw hilfreiche Tipps geben. Sollte trotzem noch eine Frage offen sein: Kein Problem, dafür gibts hier unter dem Beitrag die Kommentarfunktion ;-)

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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Kommentare

Timo

Neben Google gibt es übrigens auch ixquick, duckduckgo etc.!

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