Metawatch Frame im Test

Letztens gab es bei Reichelt als Black Friday-Angebot die Metawatch Frame für 50€ - da dachte ich mir, kann man ja nicht viel Falsch machen. Ob du sie kaufen solltest erfährst du in diesem Bericht.

Äußeres

Fangen wir als erstes mit dem Äußeren an. Die Smartwatch kommt in einem eckigem Gehäuse daher, welches von der Größe her recht angenehm zu tragen ist. Es ist weder zu dick, noch macht es einen insgesamt klobigen Eindruck. Wie es sich für eine Uhr gehört ist sie laut Hersteller bis 3 bar Wasserdicht. An den beiden äußeren Kanten gibt es jeweils drei Knöpfe, zu deren Funktion ich später noch komme. Oben und unten ist das Armband befestigt, schlauerweise mit einem ganz normalen Uhren-Armband-Anschluss, sodass du auch dein eigenes Band anbringen kannst.

Das Armband wird zwar als Lederarmband angepriesen, so ganz traue ich dem Braten aber nicht, ich würde eher auf Plastik vermuten. Die Lederoptik ist aber ganz klar vorhanden. Beim Armband selber waren die Löcher leider sehr klein, sodass es immer eine friemelige Angelegenheit war, das Band zu zu machen. Es sind zwar zwei Halterungen für den überstehenden Rest des Armbandes vorhanden, diese zu benutzen ist aber eine mindestens genauso friemelige Angelegenheit.

Auf der Rückseite aus Aluminium befinden sich die typischen Hinweise sowie 4 Ladepins. Man kann dort zum aufladen eine Klammer anbringen, die dann den MicroUSB-Anschluss enthält. Leider ist die Klammer ziemlich klobig, sodass man das Gerät weder am Arm aufladen kann noch es während des Ladens bedienen kann. Dafür hält der Akku auch gut 3-5 Tage durch.

Display

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte: Dem Display. Dieses ist ein sogenanntes Reflective mirror display, welches ähnlich wie E-Paper-Displays aussieht und ebenfalls nur schwarz/weiß darstellen kann. Es löst mit 96x96 Pixeln auf 25x25mm auf, das ist schon relativ pixelig. Das größte Problem jedoch ist die Spiegelung, die sich auf dem Display breit macht. Nein, nicht die des Glases (die ist aushaltbar) sonder tatsächlich vom Display selber. Man kann es nur ablesen, wenn man leicht schräg drauf schaut, direkt frontal drauf sieht man nur eine einheitlich spiegelnde Fläche. Besonders stark tritt dies hervor, wenn man die "Farben" via Menü invertiert, dann ist fast die komplette Fläche spiegelnd.

Das Display ist zwar immer an, in der Dunkelheit kann man es so natürlich nicht ablesen. Dafür wurde ein kleines Licht eingebaut, welches fest immer mit der Tasten oben links erreichbar ist. Leider strahlt dieses Licht das Display nur oben an, sodass ganz oben es hell erleuchtet ist, weiter unten aber ziemlich Dunkel.

Software

Der andere wichtige Punkt bei einer Smartwatch ist ganz klar die Software. Während Pebble und Android Wear mittels eigenen Apps und Watchfaces erweiterbar ist, ist das bei der Metawatch nicht möglich. Das ist auch mein größter Kritikpunkt, keine eigenen Apps installieren zu können ist für mich ein NoGo.

Zum Betrieb benötigt wird die Metawatch Manager-App, welche es für Android und iOS gibt. Nachdem man die Uhr erstmalig via Bluetooth gekoppelt hat wird die Verbindung damit von nun an automatisch aufgebaut. Leider wird auch ständig ein Icon im Benachrichtigungsbereich angezeigt, das mag ich überhaupt nicht.

In der App sind nun auch nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten vorhanden, man kann die Einheit des Wetters einstellen und das war es auch schon. Zusätzlich kann man auch noch zwischen den 4 vorhandenen Layout hin- und herswitchen, das geht aber auch mit der rechten mittleren Taste an der Uhr.

Es gibt neben dem Uhrwidget (per Menüeinstellung auch mit Sekundenzeiger) zusätzlich noch ein Kalenderwidget, welches den nächsten Termin anzeigt, das schon angesprochene Wetterwidget und Aktienkurse. Weiterhin gibt es auch ein Layout bei dem der Akkustand des Smartphones mit angezeigt wird, durchaus eine sinnvolle Idee.

Mit der linken mittleren Taste lässt sich die Musiksteuerung aufrufen, solange auf dem Smartphone im Hintergrund eine Musikapp läuft. Die Steuerung funktioniert auch ziemlich gut, wobei bei längeren Titeln/Interpretennamen das Ende einfach abgeschnitten wird und nicht etwa durchscrollt.

Eine weitere gute Idee von den Entwicklern war es, die Uhr mit einem internen Countdown auszustatten, den man über das Menü aufrufen kann. Der funktioniert auch gut und ist auch die einzige weitere Funktion, die ohne Verbindung zum Smartphone ausgeführt werden kann.

Die Benachrichtigungen kommen leider mit einer etwa 5-Sekündigen Verzögerung auf die Uhr. Diese vibriert dann immer und zeigt die Benachrichtigung kurz an. Wenn sie schon nicht mehr zu sehen ist lässt sie sich über den rechten oberen Button wieder aufrufen. Leider haben die Entwickler hier gepatzt: Es werden zwangsläufig immer die letzten 5 Benachrichtigungen angezeigt, diese lassen sich zwar durchscrollen, aber weder von der Uhr noch direkt auf dem Smartphone löschen. Auch Benachrichtigungen, die auf dem Handy schon längst weggeskippt sind, werden noch angezeigt. Das ist ziemlich nervig.

Fazit

Die Uhr ist wahrlich kein Oberklassegerät. Für das reine Anzeigen von Benachrichtigungen und der Uhrzeit reicht es allemal, dafür sind dann die 50€ aber auch Obergrenze. Wer mehr möchte, wie beispielsweise eigene Apps oder einstellbare Watchfaces wird hier stark enttäuscht. Bei Reichelt ist sie immernoch für knapp 50€ erhältlich.

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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