Lenovo ThinkPad Compact Bluetooth Keyboard: Externe Thinkpad-Tastatur ausprobiert

Lenovos Laptops, vorallem die ThinkPad-Reihe, sind bekannt für ihre äußerst guten Tastaturen. Viele, mich eingeschlossen, wünschen sich dieses Schreibgefühl auch für den normalen Desktop-PC - was dank des ThinkPad Compact Bluetooth Keyboard möglich ist. Ob das gleiche Tippgefühl vom Laptop damit auch am PC möglich ist, zeigt der Testbericht.

Das Keyboard gibt es in zwei Varianten, kabelgebunden und mit Bluetooth-Funkverbindung. Wir haben letztere als Testgerät zur Verfügung gestellt bekommen, sie unterscheiden sich allerdings (bis auf natürlich die Art der Verbindung) nicht voneinander.

Neben der Tastatur selbst ist im Lieferumfang auch noch ein 1,5 Meter langes Micro-USB-Kabel dabei, dieses dient allerdings leider nur zum Aufladen und ermöglicht es nicht, die Tastatur einfach kabelgebunden zu benutzen. Außerdem fehlt ein Bluetooth-Adapter - wer also am PC kein Bluetooth, ob per Stick oder integriert, hat, muss hier noch einen Adapter dazu kaufen. Die gibt es für rund 10 Euro zum Beispiel bei Amazon.

Technisch gesehen hat Lenovo die bekanten ThinkPad-Tastatur-Module aus den Laptops einfach in ein externes Gehäuse gepackt. Das ist dabei ziemlich kompakt geworden, passt also auch problemlos in eine Tasche, wenn man mal unterwegs eine externe Tastatur benötigt.

Die Tastatur ist nicht nur mit deutschem Layout, sondern auch unter anderem in US-Layout erhältlich. Viele Leute, vor allem Programmierer, benutzen beispielsweise ausschließlich englische Tastaturlayouts, da die Klammern dort besser erreichbar sind. Lenovo-typisch befindet sich die linke Strg-Taste allerdings nur an zweiter Stelle, ganz links ist die Fn-Taste angebracht. Das ist allerdings eine Sache der Gewohnheit, an meinem Laptop ist ja das gleiche Layout vorhanden, es ist für mich also keine große Umstellung.

Die F1-F12-Tasten sind allerdings nur über die Fn-Funktion erreichbar, also zweitbelegt. Stattdessen befinden sich hier mehr oder weniger nützliche Sondertasten. Die Monitor-Helligkeitseinstellungen sind am Desktop beispielsweise eher mäßig sinnvoll. Für andere Tasten habe ich überhaupt noch nicht herausgefunden, was sie bringen sollen. Leider fehlt auch eine Play/Pause-Taste, Lautstärkeeinstellungen sind allerdings vorhanden. Wer doch lieber die F-Tasten als Erstbelegung haben möchte, kann sie sich auch mittels Fn+Esc dauerhaft umstellen.

Vom Tippgefühl her gibt es keinen Unterschied zu den bekannten ThinkPad-Tastaturen in den Laptops, meiner Meinung nach die besten Tastaturen, die man haben kann. Der Druckpunkt ist ausgesprochen klar definiert, die Tasten sehr ergonomisch geformt. Weiterhin ist auch der bekannte Trackpoint zwischen G, H und B-Taste vorhanden, außerdem natürlich die dazugehörigen Maustasten. Ich finde den Trackpoint ausgesprochen sinnvoll, am Laptop habe ich mein Touchpad zum Beispiel deaktiviert und nutze nur noch den Trackpoint. Wer ihn allerdings nicht mag, kann ihn auch einfach nicht nutzen, beim normalen Tippen stört er keineswegs.

Die Verbindung ist schnell aufgebaut: Das Keyboard wird an der Seite angeschaltet, am Desktop kann man nun das Gerät finden und hinzufügen. Zur Bestätigung ist dann die Eingabe von vier Zahlen auf der Tastatur nötig. Alternativ kann die Tastatur auch per NFC gekoppelt werden, der dafür notwendige Tag befindet sich an der Unterseite. Für Desktop-PCs ziemlich sinnlos, mit Smartphones allerdings eine gute Idee.

Apropos: Die Tastatur kann nicht nur mit PCs, sondern auch problemlos mit Smartphones oder Tablets gekoppelt werden. Vorteil ist hierbei auch, dass bei Android-Geräten gleich auch ein Mauszeiger mittels des TrackPoints genutzt werden kann, was auch sehr gut funktioniert. Damit kann ein Tablet schon relativ gut einen normalen Desktop ersetzen, zumindest wenn man nicht auf mehrere Fenster nebeneinander angewiesen ist.

Der eingebaute Akku hält laut Lenovo rund einen Monat durch, da ich die Tastatur bisher allerdings nur zwei Wochen in Benutzung habe, kann ich dazu leider keine Aussage treffen, zumal die Tastatur keine Akkuanzeige besitzt. Wenn er dann doch einmal leer ist, lässt er sich problemlos mit dem Micro-USB-Port auf der Rückseite aufladen.

Natürlich ist nicht alles Gold, wo ThinkPad drauf steht (der Spruch geht doch so, oder? ;-)), es gibt auch zwei Kritikpunkte, die ich nicht verschweigen möchte. Zum einen führt der Trackpoint nach der Benutzung teilweise die Geste weiter aus, bewegt den Mauszeiger also weiter, was sehr störend sein kann. Dieses Problem habe ich allerdings auch bei meinem T410 und T460s, es ist also weder neu noch exklusiv bei der Tastatur vorhanden.

In den Amazon-Kommentaren wird außerdem gemeckert, dass die Verbindung ab und zu abbricht. Im Test konnte ich dies zwar nachvollziehen, das Problem trat allerdings nur zwei oder drei mal auf, außerdem konnte ich nach maximal zehn Sekunden die Tastatur wieder normal nutzen. Tritt natürlich nicht auf, wenn du die kabelgebundene Variante nutzt.

Letztendlich kann man sagen, dass die Tastatur ihren Dienst sehr gut verrichtet und dabei beim wichtigsten Punkt, dem Schreibgefühl, eine sehr gute Performance abliefert. Preislich liegt sie auch noch im Rahmen, rund 75€ für die Bluetooth-Edition und 50€, wer ein Kabelfetischist ist. Für Studenten greift der Campus-Rabatt, hier gibt es die Keyboards schon für 60 bzw. 35 Euro zu kaufen.

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Dieses Produkt wurde uns als Testmuster zur Verfügung gestellt.

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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Kommentare

Axel

"Zum einen führt der Trackpoint nach der Benutzung teilweise die Geste weiter aus, bewegt den Mauszeiger also weiter, was sehr störend sein kann."

Dieses Problem ist technisch und konstruktiv bedingt. Es ist so alt, wie der Trackpoint von IBM/Lenovo selbst ;-) Es taucht normalerweise sehr selten auf und wenn man sehr lange mit dem Finger auf dem Trackpoint verweilt bzw. Gesten ausführt.

Grüße
Axel

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