Jawbone Up Move Quelle: Jawbone

Fitnesstracker Jawbone Up Move im Test

Wearables sind der neueste Trend am Gadgetmarkt - und Fitnesstracker wohl die beliebtesten Geräte dieser Kategorie. Deswegen habe ich mir mal das Einsteigergerät Up Move von Jawbone vorgenommen und ausführlich getestet. Wie es sich geschlagen hat kannst du im nachfolgenden Test ausführlich lesen.

Fitnesstracker sind eigentlich nicht meine Kategorie, bekanntlich bin ich nicht die größte Sportskanone auf dieser Erde, um nicht zu sagen eher faul. Deswegen wurde ich auch immer belächelt, als ich erklärte, was dieses Band an meinem Arm denn da macht. Nichtsdesto trotz sind diese Tracker natürlich für alle Leute gedacht, auch für die etwas fauleren, die dadurch natürlich einen Ansporn bekommen sollen sich mehr zu bewegen. Und ich kann von mir nur sagen: Ich bin tatsächlich bewusst manchmal längere Strecken auch gegangen statt die U-Bahn zu nehmen. Außerdem habe ich bewusst versucht meinen Schlaf zu verbessern, aber dazu später mehr.

Hardware

Der Tracker ohne Clip oder Armband

Der Tracker ohne Clip oder Armband

Der Tracker ohne Clip oder Armband[/caption] Optisch macht das kleine Schwarze einiges her - der etwa münzgroße Tracker hat an der Oberseite seinen einzigen Knopf, in welchem aber auch noch einige LEDs eingebaut sind. Auf der Unterseite befindet sich das Batteriefach, welches mit dem mitgelieferten Werkzeug einfach geöffnet werden kann. Hinein kommt dann eine Knopfzelle, die etwa 6 Monate Lebensdauer verspricht. Da ich das Gerät bis jetzt nur für sechs Wochen testen konnte kann ich diese Angabe natürlich nicht überprüfen.

Was auf der einen Seite ein Vorteil ist, muss ich mir doch keinerlei Gedanken über das Akku Aufladen machen, ist auf der anderen Seite ein großer Nachteil: Die Wasserfestigkeit ist durch das nicht versiegelte Gerät futsch, es hält nur Spritzwasser aus. Da ich auf Nummer sicher gehen wollte habe ich es zum Duschen lieber abgelegt, eine Fahrradtour durch den Regen hat es aber dennoch überstanden.

Der einzelne Tracker von hinten betrachtet

Der einzelne Tracker von hinten betrachtet

Der Knopf auf der Oberseite ist angenehm strukturiert und nimmt die volle Fläche des Trackers ein. Durch verschiedene Knopfdrücke können unterschiedliche Modi aktiviert werden, dazu im Bereich der Software mehr. Neben zwei Statuslampen oben und unten am Tracker gibt es auch einen kompletten Ring aus 12 kleinen Streifen, mit denen die Uhrzeit angezeigt werden kann. Dies kann über einen Doppelklick auf den Button erreicht werden. Und ja, du hast es schon erkannt: Mit 12 Streifen kann man nicht eine genaue Uhrzeit anzeigen. Deswegen lässt Jawbone für die Stunden den entsprechenden Ring für 5 Sekunden in der Uhrzeitanzeige leuchten, während für die Minutenanzeige der entsprechende Streifen blinkt. Da immer nur 5-Minuten-Abschnitte angezeigt werden können rundet der Hersteller die Uhrzeit einfach entsprechend auf. Meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung für das Problem. Einen Kritikpunkt gibt es aber, so dauert es nach dem Doppelklick ziemlich lange bis die Uhrzeit angezeigt wird, die liegt vor allem daran dass die Stundenanzeige sich erstmal von 0 Uhr im Kreis "fortbewegen" muss, sodass es vor allem bei hohen Uhrzeiten lange dauert bis die Anzeige vollständig ist.

Zubehör

In der Originalverpackung lag neben dem Tracker (der übrigens verdammt schwer da raus zu bekommen ist) auch noch ein kleiner Clip bei. Vielleicht hast du den ja schon einmal in der Werbung gesehen?

Das Jawbone Up Move mit Clip

Das Jawbone Up Move mit Clip

Ich finde diese Clips irgendwie anstrengend. Ich würde mir sowas höchstens an den Hosenbund packen, da fällt es nicht so auf, stört aber teilweise. An meiner Tasche, wie in der Werbung zu sehen, würde ich das ganze auch nicht befestigen. Erstens habe ich die Tasche ja nicht dauerhaft bei mir, zweitens wäre mir das Verlustrisiko dann doch zu hoch. Letzteres gilt auch für den Tracker ohne Clip in meiner Hosentasche, der ist einfach zu klein um sicher zu sein dass ich ihn noch habe. Außerdem soll der Tracker ja auch den Schlaf messen, das geht schwierig mit einem Clip in der Hosentasche.

Das Jawbone Up Move mit Armband

Das Jawbone Up Move mit Armband

Dankenswerterweise wurde meinem Testgerät (mein Dank dafür geht an Jawbone!) noch das Armband beigelegt. Das ist in Deutschland leider nur bei Apple, Gravis, Media Markt und dem Markt mit dem Planeten als Logo erhältlich. Dafür gibt es für 29,99€ direkt ein Dreierpack in verschiedenen Farben.

Mein Armband in der Farbe Rot hat auf mich anfangs einen überaus positiven Eindruck gemacht. Besonders erstaunt war ich darüber, dass das Band mit diesem simplen Verschluss auch tatsächlich fest hält.

Leider leiert sich das Band im Laufe der Zeit aus. Passte am Anfang das dritte Loch (mit etwas Luft dazwischen) perfekt, muss ich inzwischen ein Loch enger machen damit das Band auch fest sitzt. Weiterhin habe ich es schon mehrfach in letzter Zeit erlebt, das es sich beim Ausziehen der Klamotten selbst löst, hier hält der Verschluss dann doch nicht so gut.

Ein weiterer Nachteil: Das Band fällt auf. Sehr sogar. Vor allem aufgrund der knalligen Farbe wird man immer wieder drauf angesprochen. Mich stört's eher weniger, aber vielleicht möchtest du ja eher nicht noch ein weiteres Band am Arm tragen. Da ich Armbänder, wenn ich am Schreibtisch sitze, immer abmache vergesse ich dies auch häufiger mal dort.

jawbone clipQuelle: Jawbone

Das Jawbone Up Move an der Hosentasche - hier ist die einzig sinnvolle Möglichkeit den Clip zu befestigen.

Letztendlich wäre die Kombination aus Clip tagsüber und Armband zum Schlafen am Besten. Von einer idealen Lösung ist das jedoch weit entfernt, da auch das wechseln von Clip zu Armband nur sehr schwierig ist.

Software

So ein Fitnesstracker steht und fällt mit der Software. Schritte zählen kann jeder - die Rohdaten richtig auswerten ist da schon schwieriger. Jawbone ist schon lange im Markt der Fitnesstracker unterwegs und diese Erfahrung sollte sich auch entsprechend in der App niederschlagen. Getestet habe ich die Software mit meinem OnePlus One unter Android 4.4.

Was direkt am Anfang auffällt: Die App hält sich nicht an die Designrichtlinien von Google. Wenn hier eine komplett eigene Menüführung gewählt würde, wäre das noch verzeihlich. Es wird aber die Userbility der normalen Apps für Android nachgeahmt, das finde ich dann in Kombination sehr schade. Sich an die Designrichtlinien zu halten ist eigentlich nicht so schwierig.

Die Auswertung an sich ist sehr angenehm gestaltet, alle Informationen werden in einem Feed dargestellt. Per Klick auf eine dieser Karten lassen sich dann die detaillierten Ergebnisse einsehen, dabei gibt es für die drei Modi Tag, Schlaf und Aktivität unterschiedliche Informationen im Angebot. Zu jeder Karte lässt sich noch die Laune als Smiley angeben - den Sinn dahinter habe ich aber noch nicht verstanden.

Außerdem lässt sich auch noch die verbrauchte Nahrung eintragen. Die Datenbank ist recht ausführlich, auch die Barcodes lassen sich scannen. Hierbei hat die App aber große Probleme bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und gebogenen Barcodes. Wie viel eine Portion Club Mate allerdings ist bleibt schleierhaft, ebenso stimmen zum Beispiel die Kalorienangaben nicht genau.

Was ich auch noch vermisse ist eine Anbindung an Google Fit oder Runtastic. Gerade hier sollte der Fitnesstracker eigentlich punkten, schließlich ist er in erster Linie ein Schrittzähler. Wenn jede App ihr eigenes Süppchen kocht kann keine vernünftige Auswertung bei herauskommen, aber dafür stellt Google ja mit Fit eine API zur Verfügung. Nur nutzten tut sie keiner.

Was auf jeden Fall interessant klingt ist die Möglichkeit Teams anzulegen und dann innerhalb dieser kleine Wettbewerbe ("Wer schafft am meisten Schritte") zu absolvieren. Mangels anderer Jawbone-Geräte im Bekanntenkreis konnte ich das leider nicht testen.

Verbessert werden könnte auch noch die "Trends"-Ansicht, eine Auswertung der Ergebnisse im Laufe der Zeit. Hier gibt es nur die einzelnen Daten als Balken im Verlauf der Zeit zu sehen. Gewünscht hätte ich mir, gerade da es als Trends bezeichnet wird, eine Aussage wie "Du bewegst dich immer mehr" oder "Du schläfst immer weniger". Mit den reinen Balken muss man sich um eine solche Auswertung selber kümmern.

Die Verbindung über Bluetooth wird stabil gehalten und das Gerät synchronisiert sich etwa alle 15 Minuten. Auch wenn Bluetooth mal aus ist trackt es weiter, die App zieht sich dann bei der nächsten Verbindung alle Daten herunter. Hier gibt es nichts zu kritisieren.

Fazit

Als Schrittzähler fungiert das Up Move sehr gut und meiner Ansicht nach auch sehr exakt. Allerdings könnte die App ein größeres Update vertragen. Die Investition von 50€ kann sich aber durchaus auszahlen, ich persönlich habe mich durch den Tracker auf jeden Fall etwas mehr bewegt.

(amazon: B00OXZ2BPK)

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Dieses Produkt wurde uns als Testmuster zur Verfügung gestellt.

In diesem Artikel sind Affiliate-Links vorhanden.

von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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Kommentare

Maik

Ich hab das Up 24 und das Mi Band getestet und finde das Mi Band am besten und mit ~ 20€ ist es ultra günstig. Akku hält gute 30 Tage und es vibriert wenn man ein Anruf bekommt :)

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