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Die TinCon 2016 - Mein persönliches Fazit

Rund 1000 Jugendliche zog es am letzten Maiwochenende ins Haus der Berliner Festspiele zur TinCon. Doch was kann diese neue Konferenz, die nur Menschen bis 21 Jahren rein lässt, überhaupt? Und lohnt sich ein Besuch im nächsten Jahr?

TinCon steht für teenager internetwork convention, also ein Kongress ausschließlich für Jugendliche. Wer älter als 21 war, durfte das Gelände nicht betreten, Eltern mussten also draußen bleiben.

Organisiert wurde das Ganze von Johnny und Tanja Häussler, die auch die re:publica ausrichten - damit kommt zwangsläufig der Vergleich mit der 8.000-Menschen-Konferenz auf, welche Anfang Mai auch in Berlin statt fand. Und ja, ein bisschen #rpTEN-Feeling kam bei mir durchaus auf - auch wenn es (zum Glück) längst nicht so voll war.

Tanja und Johnny Häussler

Auch bei der TinCon gab es Vorträge von mehr oder weniger bekannten Menschen, Workshops und Aussteller, mit denen man locker ins Gespräch kommen konnte. Los ging es direkt am Freitag Nachmittag, aufgrund der Schulpflicht der meisten Teilnehmer noch relativ wenig besucht, mit der Eröffnung der Konferenz. Manuela Schwesig, ihres Zeichens Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, konnte in einer ausgesprochen lockeren Athmosphäre mit Fragen gelöchert werden.

Manuela Schwesig auf der TinCon

Dies alles fand auf der sogenannten Black Stage statt - direkt hinter Bühne 1, 2 und der Hacking Area. Hier gab es neben den von der re:publica bekannten beleuchteten Brötchenkisten auch einen coolen Lightpainting-Workshop sowie die Möglichkeit, mit dem DLR das Universum zu erkunden (und leuchtende Kugelschreiber abzustauben). Das Konzept mit der Networking-Area hinter der Bühne fand ich ausgesprochen gut, es lockerte das Alles sehr auf und sorgte nicht so sehr für das Bühne-Publikum-Feeling, welches ja sonst schnell mal auftreten kann.

Die Black Stage auf der TinCon

Während der drei Tage waren dann einige bekannte Menschen vor Ort, hauptsächlich YouTuber: Ralph Caspers erklärte Freitagabend das Internet, Oguz von Y-TITTY mahnte die Verantwortung der YouTuber, ColdMirror und Fynn Kliemann sprachen über sich am Samstag. Leider kamen aber offenbar einige der Menschen ausschließlich wegen einer der Personen, vorallem ColdMirror stand hoch im Kurs. Zum Glück war es nicht so schlimm wie zum Beispiel bei den WebVideoTagen in Köln - dennoch kann ich einen solchen Personenkult überhaupt nicht verstehen.

Ralph Caspers mit Einhorn

Aber es war (zum Glück!) keine reine YouTube-Konferenz. Es gibt auch viel um das Internet im allgemeinen, Hackerethik und den blanken Hass. Ein Workshop erarbeitete, was man Nazis und "besorgten Bürgern" am besten entgegnen kann. Wir hatten auch die Möglichkeit, über die Schule der Zukunft zu reden und gemeinsam neue Ideen auszuarbeiten.

Schule der Zukunft auf der TinCon

Was mir allerdings fehlte: Eine Bühne, die rein von Jugendlichen betreut wird. Also nicht nur U21-Speaker, sondern auch die Technik und das Management wird von Jugendlichen betreut. So hatte die Konferenz ein kleines Geschmäckle, die Erwachsenen erklären "den Kids" die Welt.

Leider kam der Networking-Aspekt etwas zu kurz. Das könnte einerseits natürlich daran gelegen haben, dass ich eh schon in einer Gruppe von 5 Personen unterwegs war. Allerdings gab es nicht so viele Workshops, wo man mit anderen Personen einfach ins Gespräch kommen konnte. So etwas wie die Meet-Up-Areas der re:publica fehlten hier einfach, wo organisierte, themenbezogene Treffen stattfinden können.

Armband auf der TinCon

Etwas ausgleichen konnte dies die TinCon-App. Neben den Selbstverständlichkeiten wie Programm- und Speakerübersicht gab es auch eine Art Twitter in der App selbst. Jeder Teilnehmer konnte sich registrieren und dann kurze Nachrichten und Fotos posten. Hier entstanden dann doch teils lustige Diskussionen, diese App sollte unbedingt beim nächsten Mal wieder genutzt werden.

Apropos nächstes Mal: Am Ende der Konferenz teilten uns die beiden Organisatoren unter Tränen der Rührung (was sie laut Tanja nicht einmal bei ihrer Hochzeit hatten) mit, dass es auch im nächsten Jahr eine TinCon geben wird. Ich werde sie auf jeden Fall besuchen, leider dann zum letzten Mal als Teilnehmer - denn dann bin ich 21 und habe die Grenze leider erreicht. Und auch für euch lohnt sich ein Besuch, sofern ihr in die Altersklasse passt. Wir sehen uns dann!

P.S.: Alle Fotos, die ich gemacht habe, findest du hier :-)

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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