CeBIT Quelle: Deutsche Messe

CeBIT: Totgesagte leben länger

Als ich meinen Freunden erzählte, ich gehe dieses Jahr wieder auf die CeBIT, und zwar jeden Tag, haben sie mich ausgelacht. Die CeBIT wäre ja schließlich schon längst eigentlich tot, es wird nichts mehr vorgestellt und sowieso. Ich sage: Die CeBIT ist alles andere als tot, vielmehr hat sie grade eine kleine Wiedergeburt hinter sich!

Die Statistik lügt nicht - oder doch?

Die CeBIT hat erstmals seit 2007 wieder mehr Besucher als im Vorjahr bekommen, insgesamt 221.000. Zwar ist die Anzahl an ausstellenden Herstellern (mal wieder) gesunken, aber die gesamte Ausstellungsfläche ist um 6% gewachsen. Das hat man auch gut in den Hallen selbst gesehen, es gab nicht mehr ganz so viele Freiflächen, die abgesperrt oder mit Bänken versehen waren. An der letzten Zahl sieht man auch gut, das die Aussteller die Relevanz der CeBIT erkannt haben bzw. nicht verneint haben. Sonst hätten sie ja nicht die Fläche so stark erhöht. Insgesamt hat jeder im Schnitt 9% mehr Fläche gemietet, da lässt sich also durchaus ein Wachstum feststellen.

Imagewandel erfolgreich

Im letzten Jahr hat die Deutsche Messe AG als Veranstalter erstmals den Fokus ausschließlich auf B2B, also Business von vorne bis hinten festgelegt. Dafür wurde zum Beispiel auch die Gaming-Halle geopfert. Während im letzten Jahr das neue Konzept noch nicht ganz aufgenommen wurden, scheint dies in dieser Woche bei den Herstellern angekommen zu sein. Die CeBIT ist einfach keine “Schwanzvergleichmesse”. Es geht hier nicht darum, wer das beste oder die meisten Smartphones präsentiert. Dafür sind die CES, der MWC und nicht zuletzt auch die IFA da. Vielmehr wird hier zu fast jedem Problem im Unternehmen eine Lösung präsentiert. Es geht also vielmehr darum, Kontakte zu knüpfen und das eigene Unternehmen weiterzubringen. Das geht einfach schlecht mit einem neuen Smartphone.

Neue Ideen werden angenommen

Am Freitag gab es ja die CeBIT Global Conferences erstmalig nicht mehr, dafür übernahm das neue Format “Rock the Blog”. Hier ging es darum, Blogger und Social Media Menschen zusammenzubringen und ihnen über die Vorträge noch sinnvolle Tipps mit auf den Weg zu geben. Die ganze Veranstaltung war super besucht, es mussten teilweise sehr viele Leute an der Expert Stage stehen - ich würde es also als einen vollen Erfolg bezeichnen und hoffe einfach mal auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Es wäre da wirklich schön, wenn sich eine neue Konferenz nur für Blogger etablieren würde. Die re:publica ist da ja weiter gefasst.

Der Schein trügt - ein wenig

Es gibt den Witz, das Hannoveraner immer auf die CeBIT kämen - sie wüssten einfach, wie man an Freikarten kommt. Und ja, mit mehr oder weniger Mühe kommt man auch an Freikarten. Teilweise werden diese sogar per Post verschickt. Ist das nun ein Zeichen dafür, das die Messe AG die Besucherzahlen künstlich hochschrauben will? Und die Messe deswegen eigentlich nicht mehr so beliebt wäre? Nein. Nur weil es Freikarten gibt, heißt es ja noch lange nicht, das die Leute auch kommen. Es muss schon einen gewissen Anreiz geben, sonst würde man ja auch Zuhause bleiben können. Vielmehr ermöglicht es denen, die zur CeBIT kommen wollen, aber nicht bereit sind, die 60€ für einen Tag auszugeben, dennoch zu kommen. Vielleicht ist die Freikartenpolitik, den die Messe da fährt, ja genau die Richtige. Beantworten kann das wahrscheinlich keiner so wirklich.

Fazit

Ich glaube, mit dem seit einem Jahr eingeschlagenen Weg, sich komplett auf Business zu fokussieren, wird die Messe auch wieder auf die Erfolgsspur zurück finden. Eine andere etablierte Messe nur für B2B gibt es so ja nicht.

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von Florian Schmidt

Gründer von Netzleben. Studiert IT System Engineering am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Kauft viel zu viel Technik online ein. Liebt Kekse.

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